Institutionalisierung des Wanderns

wandernIn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts leisteten heimatverbundene und bürgerliche Vereine Pionierarbeit bei der Erschließung der Natur zum Wandern durch Wanderwege, Schutzhütten und Wegweiser.

Der erste deutsche Mittelgebirgsverein war der Badische Schwarzwaldverein, der 1864 gegründet wurde. Der Deutsche Wanderverband (gegründet 1883 in Fulda) ist in Deutschland die Dachorganisation der Gebirgs- und Wandervereine. Ehrenamtlich werden von dem Verband 200.000km Wanderwege markiert und betreut. 600.000 Mitglieder sind im Deutschen Wanderverband organisiert. Neben der Pflege der Wanderwege gehören auch Familien, Naturschutz und Kulturarbeiten zu seinen Aufgaben.

Der proletarischen Bevölkerungsschicht wurde durch den in Wien gegründeten Wanderverein „Naturfreunde“ (1895) erstmals das Wandern ermöglicht. Der Verein mit seiner starken sozialistischen Prägung setzte mit der Eröffnung der ersten Naturfreundehäuser die Voraussetzungen für billige Unterkünfte und damit für preiswerte Ferien der Wanderfreunde.

Eine Jugendbewegung entstand etwa zur gleichen Zeit und mündete 1901 in die „Wandervogelbewegung“. Die Bewegung fand hauptsächlich bei den Schülern und Studenten viele Anhänger. Sie flohen beim Wandern aus den Metropolen in die Natur, um ihre eigene Lebensart zu verwirklichen.

Das Erwandern der Heimat wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung und es entstanden die ersten lokalen Wandervereine. Die Vielzahl der Gründungen wurde durch den zunehmenden Fremdenverkehr begünstigt und etliche hatten nur das Ziel den Tourismus zu beleben. Durch diesen Boom waren die Wandervereine gezwungen, mit Wegbezeichnungen ortsunkundige Menschen durch die Landschaft zu führen. Nach dem Erstellen der Wegweiser legten die Vereine noch ein Verzeichnis der einzelnen Markierungen an, um zukünftige Überprüfungen zu erleichtern. Diese wichtigen Voraussetzungen zur Orientierung gehören noch heute zu ihren primären Aufgaben. Bei den ständigen Kontrollen werden fehlende Markierungen ersetzt und die Wanderer haben beste Bedingungen den fehlerfreien und lückenlosen Wegweisern zu vertrauen.

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