Vorbereitung und Wanderausrüstung

WanderausrüstungWas nehme ich zum Wandern mit? Wie viel Gepäck muss ich dabei haben? Welche Wanderbekleidung gehört zu einer ausreichenden und gut geplanten Wanderausrüstung?

All das hängt von der Art der Wanderung ab. Es kommt auf Jahreszeit und Wetterlage (Wettervorhersage Deutschland) an, sowie auf die Art und Dauer der Tour. Weiterhin sind die Schwierigkeit und Meereshöhe und weitere Faktoren zu berücksichtigen. Man sollte unterscheiden Tages- und Mehrtageswanderungen, einfaches Wandern (T1 Grad), Bergwandern (T2 bis T5) und Alpinwandern (T6 Grad). 

Trotz allen Kriterien gibt es einige Grundregeln, die alle Wanderer beachten sollen.

Mit der nachfolgenden Checklisten zum Abhaken soll es Ihnen leichter fallen, die richtigen Gegenstände in den Rucksack zu packen:

Wanderbekleidung

Für Wanderbekleidung gilt das “Zwiebelprinzip”, bei welchem man möglichst mehrere (dünne) Schichten übereinander trägt. So kann man am besten auf Temperaturumschwünge reagieren, indem man einfach eine Schicht auszieht oder eine andere hinzufügt.

Unterwäsche

Prinzipiell ist es empfehlenswert, eine Funktionswäsche als Unterwäsche zu haben. Die heutigen High-Tech-Materialien sind von hervorragender Qualität, und herkömmlichen Materialien wie Baumwolle eindeutig überlegen. Sie sorgen für Feuchtigkeitstransport weg vom Körper und gute Isolierung. Sind leicht und atmungsaktiv.

T-Shirt, Hemd oder Bluse

Hier sind moderne Kunststoffe auch bevorzugt, da sie genau wie bei Unterwäsche für gute Isolation und Feuchtigkeitstransport sorgen; schnell trocknend, leicht und atmungsaktiv sind, sehr oft über eine UV-Schutz verfügen.

Fleece- oder Softshelljacke

Das Flees und das Softshell gehören auch zur Familie der modernen High-Tech-Materialien. Eine Fleecjacke ist immer sehr leicht, schnell trocknend, atmungsaktiv und sehr warmhaltend. Eine sftschelljacke ist atmungsaktiv , wind-, wasser-und schmutzabweisend, robust, wärmerückhaltend, geruchsneutral und temperaturausgleichend.

Man sollte am besten die beide Arten der Jacken dabei haben.

Wetterschutzjacke

Dazu gehören Regenjacken und Winterjacken. Die sollten je nach Jahreszeit, Wetterlage und Meereshöhe mitgenommen sein.

Heutzutage sind solche Jacken äußerst bequem und wetterschutzend. Sie sind wind- und wasserdicht stark atmungsaktiv; verfügen über wasserabweisende Reißverschlüsse, eine regulierbare Kapuze mit Schirm, einen Frontreißverschluss mit Kinnschutz, mehrere seitliche Reißverschlusstaschen; haben Verstärkungen an besonders beanspruchten Zonen, vorgeformte Ellbogen, ein verlängerte Rücken und reflektierende Elemente

Generell sollte Wanderbekleidung Schutz vor Kälte, Wind, Regen und Hitze bieten und gleichzeitig ein angenehmes Körperklima gewährleisten. Erfahrene Wanderer achten darauf, dass kein Wasser in die Kleidung eindringen kann: Reißverschlussleisten sollten abgedeckt sein, Hosen und Jacken sollten verschließbare Taschen haben.

Wanderkleidung muss außerdem bequem sein, deshalb lieber eine halbe Nummer zu groß als zu klein kaufen.

Wanderschuhe

Geeignetes Schuhwerk ist das wichtigste Teil der Wanderausrüstung, hier darf nicht gespart werden. Schon im Laden sollten die Schuhe perfekt passen, da moderne Wanderschuhe sich nicht einlaufen.

Wichtige Eigenschaften der Wanderschuhe

  • robust und widerstandsfähig
  • gute Bodenhaftung und Rutschfestigkeit
  • feuchtigkeitsabweisend
  • schweißableitend
  • gute Abrolleigenschaften
  • passen sich der Fußform an und sitzen bequem

Einsatzbereich

Es gibt ein praktisches Schema, das ursprünglich von der Firma Meindl erschaffen ist, dass die Wanderschuhe in vier Kategorien unterteilt.

  • Zur Kategorie A gehören Wanderschuhe, die für das leichte Wandern auf guten, befestigten Wegen und Parkanlagen geeignet sind. Auch für Nordic Walking passen diese Wanderschuhe optimal.
  • Die nächste Zwischenkategorie AB beinhaltet Schuhe, die für Wanderungen sowohl in flacherem Gelände, als auch im Mittelgebirge geeignet sind.
  • Für längere Touren und leichte Trekkingtouren passt die Kategorie B am besten.
  • Wanderschuhe für Trekkingtouren im Hochgebirge auf Geröll und schlechten Wanderpfaden findet man in der Kategorie C.
  • Zur Kategorie D gehören Wanderschuhe, die für Bergsteigen und Eisklettern geeignet sind.

Je nach Wandergebiet, Schwierigkeitsgrad und Meereshöhe sollten Wanderschuhe einer passenden Kategorie ausgesucht werden. Multifunktionsschuhe sind Kompromisse und sollen nicht bevorzugt werden.

Wandersocken

Wandersocken sind an den druckgefährdeten Stellen besonders gepolstert, und sie sind ohne Nähte gearbeitet, so dass nichts am Fuß scheuern kann. Sie gehören zu einer guten Wanderausrüstung.

Wanderrucksack

Welcher Wanderrucksack für welche Tour? In erster Linie bestimmt die Tourart und das dafür benötigte Volumen die Wahl des passenden Wanderrucksacks. So unterscheidet man zwischen

  • Tagesrucksack
    Daypack oder Tagesrucksack hat ein Volumen um 20 Liter und eignen sich für Belastungen bis zu 5 Kilo. Er ist optimal für das Transportieren von allen Gegenständen, die für eine Tageswanderung, Stadttour, kleinere Radtouren oder den Schulalltag notwendig sind.
  • Tourenrucksack
    Tourenrucksack, auch Wanderrucksack genannt besitzt ein Volumen von 35-50 Litern. Er ist am besten für mehrtägige Touren von Hütte zu Hütte geeignet, aber auch hier gibt es Spezialmodelle für verschiedene Aktivitäten. Trotzdem haben alle Tourenrucksäcke etwas gemeinsames: die Last verteilt sich von den Schultern auf die Hüfte. Dafür hat Wanderrucksack ein integriertes Tragegestell, das die Gewichtsverteilung unterstützt.
  • Trekkingrucksack
    Trekkingrucksäcke und Backpacker Rucksäcke sind sehr geräumige Rucksäcke mit einem Volumen von 45-90 Litern und eignen sich für Belastungen über 20 Kilo. Damit der Körper solche Belastung auf Dauer akzeptiert, brauchen die Rucksäcke individuell anpassbare Tragesysteme. Zusammen mit einem integrierten Alu-Gestell verlagert das System die Last von den Schultern auf die Hüfte.

Beim Wahl eines Wanderrucksacks spielt auch das Gelände, in dem sich der Wanderer bewegt, eine große Rolle. Ist das Gelände schwer begehbar, so sind ein passender Sitz und schlanker Schnitt von Bedeutung. Handelt es sich um ein weniger schwieriges Gelände, ist hingegen auf eine ausreichende Belüftung zu achten.

Generell wichtig ist, dass ein Wanderrucksack anatomisch geformt ist, gepolsterte Schultergurte hat und mit einem System zur Rückenbelüftung ausgestattet ist.

Wichtige Utensilien

Regen- sowie Sonnenschutz

Regen- sowie Sonnenschutz dürfen im Rucksack nicht fehlen. Dazu gehören Regenhülle für den Rucksack, Regenschirm, bzw. Regencape, Sonnenhut, Sonnenbrille, Sonnenschutzmittel.

Getränke und Proviant

Wer wandert sollte darauf achten, genug zu trinken. Mindestens ein Liter Wasser oder Apfelschorle pro Person muss mit ins Gepäck. Als Proviant eignen sich belegte (Vollkorn-)Brote, Obst (wie zum Beispiel Äpfel, Birnen, oder Bananen) und Gemüse (Karotten, Radieschen, Gurken oder Paprika). Süßigkeiten (dazu gehören oft auch Müsliriegel) sollten zu Hause bleiben: Stattdessen lieber getrocknete Nüsse und Früchte einpacken, aber die Müllbeutel für den eigenen Abfall nicht vergessen.

Erste-Hilfe-Set

Mit in den Rucksack gehört zudem eine kleine Reiseapotheke, bestehend aus Heft-, sowie Blasenpflastern, einer Mullbinde, Jodtinktur und einer Pinzette. Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte die auch beim Wandern nicht vergessen.

Navigationshilfe: Wanderkarte, Kompass oder GPS-Gerät

Und auch eine Wanderkarte sollte jeder in seinem Rucksack haben. Falls man doch einmal vom (gekennzeichneten) Weg abkommt, liefert sie hilfreiche Dienste. In diesem Fall kann auch ein Kompass weiter helfen. Allerdings nur, wenn man vorher zu hause geübt hat, damit umzugehen. Eine gute und zuverlässige alternative ist ein GPS-Gerät. Ein starker Empfang (sogar da, wo ein Handy kein Netz findet), ein dauerhaft haltendes Akku, eine exzellente Kartendarstellung dank hochauflösender Displays machen GPS-Geräte immer populärer.

Taschenlampe oder Stirnlampe

Wenn man mit Karte und Kompass in einem Wald geht, hat man nämlich keine Hand mehr frei für eine Taschenlampe. Die meisten Stirnlampen haben LED-Leuchten, andere normale Taschenlampen-Glühbirnen. Die LED-Leuchten geben ein fahles, weder wirklich helles noch besonders weit reichendes Licht, sind jedoch sparsam im Verbrauch. Die Glühbirne ist hell wie eine starke Taschenlampe, verbraucht jedoch deutlich mehr Energie. Je nach Modell reichen die Batterien in diesem Modus bis zu vier Stunden, beim Betrieb mit LED-Leuchten bis zu sieben, acht Stunden.

Iso-Matte

Es gibt ca. 1 mm dicke Reflektorfolien für Autoscheiben zu kaufen, mit denen ein übermäßiges Aufheizen des abgestellten Autos durch Sonneneinstrahlung verhindert werden soll. Diese Folien eignen sich auch ganz ausgezeichnet als Sitzunterlage für unterwegs, weil sie wie eine dünne Iso-Matte wirken. Sie nehmen es auch nicht übel, wenn man einfach ein sitzflächengroßes Stück abschneidet, das man zusammengefaltet irgendwo im Rucksack verstauen kann. Wiegen tut es so gut wie nichts.

Handy

Ein Handy bringt Sicherheit: Falls ein Notfall eintritt, lässt sich so schnell Hilfe rufen. Aber es ist auf ein Netz angewiesen. In Hochgebirge hat man das leider nicht. Auch Akku kann sehr schnell leer sein. Darüber hinaus kann ein Handy als Sicherheitsmittel bei leichten und mittleren Wanderungen genutzt werden. Bei Berg- und Alpinwandern ist ein Handy meistens nutzlos.

Trillerpfeife

Es gibt im Fachhandel kleine Trillerpfeifen zu kaufen, die bequem am Schlüsselbund befestigt werden könnten. Auch diese wiegen so gut wie nichts, könnten sich aber in bestimmten Situationen als hilfreich erweisen, wenn man mal auf sich aufmerksam machen möchte.

Weitere nützliche Kleinigkeiten

Ein Taschenmesser, Besteck, Handtuch, Streichhölzer, Plastiktüte für den Abfall und selbstverständlich Ausweise können Ihnen jede Zeit gute Dienste leisten.

Das alles soll die Ihrer Wanderausrüstung nicht fehlen.

 

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