Wanderwetter in Deutschland – Wochenende 22./23. November 2025

Wetterlage und bester Wandertag

Am Wochenende liegt am Samstag noch ein Hoch über dem Süden und Osten Deutschlands, während sich von Westen her bereits eine Atlantikfront nähert. Daraus ergibt sich ein klarer Favorit für alle Tourenplaner: Der Samstag ist in weiten Landesteilen der deutlich bessere Wandertag mit trockenem, ruhigem und kaltem Spätherbst- bis Frühwinterwetter. Am Sonntag greift die Front mit Regen, dichter Bewölkung und auffrischendem Wind besonders auf den Westen und die Mitte Deutschlands über, sodass längere Wanderungen dort eher unattraktiv sind.

Beste Regionen zum Wandern

Süddeutschland mit Schnee in den Hochlagen

Im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb, im Allgäu, im Bayerischen Wald sowie im Alpenvorland herrscht am Samstag ideales Wanderwetter für die späte Jahreszeit. Die Karten zeigen trockene Bedingungen, schwachen Wind und in den Tälern nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt. In den Hochlagen ab etwa 800 bis 1000 Metern liegt bereits Schnee, in den Alpen teilweise eine geschlossene Schneedecke mit Dauerfrost. Wer gut ausgerüstet ist, findet hier traumhafte Winterstimmungen mit klarer Luft und oft sehr guter Fernsicht oberhalb der Nebel- und Hochnebelzonen.

Ostdeutschland und zentrale Mittelgebirge

Auch in Sachsen, im Erzgebirge, im Thüringer Wald, im Harz sowie in Teilen von Brandenburg und Sachsen-Anhalt bleibt es am Samstag meist trocken. Die Temperaturen liegen tagsüber zwischen 0 und 5 Grad, in den höher gelegenen Lagen der Mittelgebirge auch hier mit leichtem Frost und etwas Schnee. Insgesamt bieten diese Regionen ruhiges, gut planbares Wanderwetter ohne größere Niederschlagsgebiete.

Regionen mit schwierigem Wanderwetter

Nord- und Westdeutschland am Sonntag

Bereits in der Nacht zum Sonntag und im Verlauf des Tages erreicht eine aktive Front von Westen her Deutschland. Besonders in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Hessen sowie in den westlichen Teilen von Baden-Württemberg wird es zunehmend nass und windig. Die Karten zeigen wiederkehrende Regenfelder, dichte Bewölkung und frische Böen, sodass sich längere Wanderungen dort am Sonntag kaum lohnen. In Norddeutschland bleibt es zwar meist schneefrei, doch grauer Himmel, Regen und auffrischender Wind sorgen auch hier eher für ungemütliche Bedingungen. Wer flexibel planen kann, nutzt daher besser den Samstag und beschränkt sich am Sonntag – wenn überhaupt – auf kurze Spaziergänge.

Temperaturen, Schnee und Wind

Kalte Nächte und gefrorene Wege

Die Tmin-Karten zeigen für den Samstag- und Sonntagmorgen verbreitet Tiefstwerte zwischen -5 und -10 Grad, in den Alpen sogar bis nahe -15 Grad. In schneebedeckten Hochlagen herrscht vielfach Dauerfrost. Das bedeutet: Wege können gefroren und stellenweise glatt sein, besonders auf schattigen Forststraßen, auf Holzbrücken, Treppen und in nordseitigen Hanglagen. In den schneefreien Tälern steigen die Temperaturen tagsüber nur auf 2 bis 5 Grad, in höheren Lagen bleiben sie oft knapp um den Gefrierpunkt.

Windentwicklung

Am Samstag ist der Wind in ganz Deutschland meist schwach, ideal für ruhige Wandertouren. Am Sonntag frischt der Wind im Westen und Nordwesten im Zusammenhang mit der Front deutlich auf. Vor allem in freien Lagen und auf Höhenrücken sind Böen zwischen 40 und 60 Kilometer pro Stunde möglich. Auf ausgesetzten Graten der Mittelgebirge und Alpen fühlt sich die Luft damit deutlich kälter an, und man sollte besonders auf passende Windschutzkleidung achten.

Kleidung und Ausrüstung

Empfohlene Winterwander-Ausrüstung

Für Wanderungen am Wochenende ist ein warmer Zwiebellook Pflicht. Eine atmungsaktive Funktionsunterwäsche, ein isolierender Midlayer aus Fleece oder Wolle sowie eine winddichte, möglichst wasserabweisende Außenjacke sind ideal. In schneebedeckten Hochlagen gehören Mütze, warme Handschuhe und ein Schal oder Buff unbedingt in den Rucksack. Wasserdichte, knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil sind wichtig, um auf gefrorenen oder verschneiten Wegen sicheren Halt zu haben. Gamaschen schützen in tieferem Schnee vor eindringender Nässe. Für Touren ab etwa 800 bis 1000 Metern Höhe sind leichte Grödel oder Spikes sehr empfehlenswert, da sie auf vereisten Wegen und kompaktem Schnee deutlich mehr Trittsicherheit bringen. Teleskopstöcke helfen zusätzlich beim Stabilisieren auf glatten Passagen.

Verpflegung und Sicherheit

Eine Thermosflasche mit heißem Tee oder Suppe ist bei Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt besonders angenehm und hilft, den Körper warm zu halten. Da die Tage kurz sind, sollten Stirnlampe und Ersatzbatterien zur Standardausrüstung gehören, ebenso ein voll geladenes Mobiltelefon und eine Papierkarte oder offline gespeicherte Route. In höheren Lagen und bei geschlossener Schneedecke ist es sinnvoll, auf markierte Winterwanderwege oder breite Forstwege auszuweichen und steile, ausgesetzte Steige zu meiden.

Weitere Wandertipps für das Wochenende

Tourenplanung mit Blick auf Schnee und Frontdurchgang

Der Samstag eignet sich hervorragend für längere Touren in den süddeutschen Mittelgebirgen, im Alpenvorland und in den schneereichen Regionen der Alpen, sofern man Erfahrung mit Winterwanderungen und die passende Ausrüstung mitbringt. Besonders reizvoll sind Touren, die vom weitgehend schneefreien Tal in eine verschneite Hochlage führen und so eindrucksvolle Übergänge zwischen Spätherbst und Winter bieten. Wer dagegen am Sonntag unterwegs sein möchte, sollte Regionen im Südosten Deutschlands oder geschützte Tallagen wählen und die Front mit Regen und Wind im Westen meiden. Generell lohnt sich eine konservative Tourenwahl: lieber kürzere Runden, klare Rückzugsmöglichkeiten und genügend Zeitreserve einplanen. So wird das Wanderwochenende trotz Kälte, Schnee in den Hochlagen und heranziehender Front zu einem sicheren und stimmungsvollen Naturerlebnis.